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Narrenverein Waldwinkel: Ihr Narrenbrunnen schmückt nun den Dorfplatz
Zum 55. Geburtstag hat sich der Narrenverein Waldwinkel ein ganz besonderes Geschenk gemacht: Die beiden Fasnetsfiguren zieren nun den neuen Brunnen auf dem Dorfplatz.

Der neue Narrenbrunnen ist enthüllt (von links): Anne-Rosel Schwarz, Präsidentin der Schwarzwälder Narrenvereinigung, Diakon Ekkehard Günther, Ortsvorsteherin Monika Winterhalder, OB Erik Pauly, Marion Willfurth-Löffler von Narrenverein Waldwinkel, der Künstler Ralf Rosa und Narrenvater Christian Knöpfle.

VON LUTZ RADEMACHER (Quelle: Südkurier)
Mit einem dreitägigen Fest hat der Narrenverein Waldwinkel sein 55-jähriges Bestehen gefeiert. Unumstrittener Höhepunkt war die Einweihung des neuen Narrenbrunnens am Dorfplatz, in dem künftig neue Narren getauft werden. Buchstäblich in letzter Minute waren die beiden Bronzefiguren fertig geworden, die der Künstler Ralf Rosa aus Grafenhausen gegossen und auf einer Sandsteinstehle platziert hatte. Sie stellen detailgetreu die Hubertshofener Narrenfiguren Schmellewieb und Badmilli-Hexer dar. Zur feierlichen Enthüllung hatte sich der halbe Ort eingefunden.

Nachdem das von Narrenvater Christian Knöpfle initiierte Projekt 2016 von der Stadt zunächst auf Eis gelegt worden war, konnte es jetzt mithilfe von Sponsoren verwirklicht werden. OB Erik Pauly lobte die Verwirklichung des Brunnens als ein Zeichen für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft.

Erstaunliches förderte Ortsvorsteherin Monika Winterhalder zutage: "Am heutigen Johannistag werden von jeher Brunnenfeste gefeiert." So sei der Tag ideal für eine Brunneneinweihung. Der Tag sei auch verknüpft mit Brauchtumsfesten in Zusammenhang mit der Sommer-Sonnenwende. So werde die Fasnet künftig unter einem besonderen Stern stehen. Und auch Hubertshofen feiere einen besonderen Geburtstag. Denn der Ort ist 1352 gegründet und genau 666 Jahre alt. Anne-Rosel Schwarz, Präsidentin der Schwäbischen Narrenvereinigung lobte den Brunnen mit den Figuren als Zeichen der Verbundenheit mit der Brauchtumspflege. Diakon Ekkehard Günther segnete den Brunnen.

Mit einer DJ-Warm-Up-Party hatten das Festwochenende begonnen. Das Gerümpelturnier im "Bergab Stadion" trugen vier Mannschaften aus, der Sieger hieß "Eintracht Prügel". Zu einem absoluten Höhepunkt wurde das gut besuchte Public-Viewing des Deutschlandspiels gegen Schweden. Sechs Mannschaften im Modus "Jeder gegen Jeden" trugen das "Human Kicker XXL-Turnier" aus, ein überdimensionales Tischkickerfeld mit menschlichen Akteuren. Sieger waren die Wolfbach-Rolli aus Pfaffenweiler.

Sechs Mannschaften starten beim "Human-XXL-Kicker, einem überdimensionalen Tischfussballspiel mit menschlichen Akteuren.

Die Narrenfiguren
Das Schmelle-Wieb bezieht sich auf die frühere Waldarbeiterin. Diese ging in den Wald, um junge Tannen vom Schmellengras, einem feinen Gras, das auf Waldlichtungen wächst, zu befreien. Dieses Gras wurde dann zum Einbinden von Obstbäumen, als Streu im Stall oder zum Stopfen von Kissen und Matratzen verwendet.

Der Badmilli-Hexer: Im 17. Jahrhundert war Hubertshofen ein Badeort. Ein Badbrunnen wurde gebaut. Dort sollen Männlein und Weiblein bis 20 Jahren gemeinsam gebadet haben. Dieses Treiben war einem Ureinwohner, einem Einsiedler ein Dorn im Auge. So soll er dem Badevolk mit Schimpfwörtern und seltsamen Machenschaften und Ritualen Leid zugefügt haben.